Interview

Wie die Stiftung mein Leben verändert hat – Interview mit Eric

„Erfahrung weitergeben können, das liegt mir am Herzen und macht auch noch viel Spaß. Zudem die Erkenntnis, dass Nichts selbstverständlich ist, man ist dankbar."

Wie die Stiftung mein Leben verändert hat – Interview mit Eric
Wie die Stiftung mein Leben verändert hat – Interview mit Eric

Wie kam es dazu, dass du mit der Stiftung in Berührung kamst?

Das war im Jahr 2017, als Herr Belz die Stiftung ins Leben rief. Bei der Gründung war ich aus IT-Sicht bereits technisch eingebunden. Eine großartige Idee und so wichtig.

In der Folge habe ich schon einige Events begleitet, z. B. als die KinderHelden uns im HQ besucht haben und einen Parcours durch das Gebäude erleben konnten. Dabei habe ich ihnen das Digitallab gezeigt, ausgestattet mit VR-Brille, 3D-Drucker u. ä.

Sehr emotional wurde es, als die Kinder via Virtual Reality und Google Earth ihre ursprünglichen Heimatländer, meist Krisen- oder Kriegsgebiete, besucht haben und dabei erzählten, wo ihr Haus steht oder früher stand oder wo die Familienmitglieder wohn(t)en. Das hat mich sehr bewegt.

Was sind deine Aufgaben in der Stiftung?

Aktuell bin ich sozusagen einer der „Lehrer“ aus der Ferne. Mit meinem Kollegen Matthias habe ich den IT-Club mit Schüler*innen aus der St. Bruno School (AEB-Stiftung zusammen mit ADEPT) ins Leben gerufen. (In Uganda heißt dieser ICT-Club – Information and Communication Technology). Alle 14 Tage treffen wir uns online mit den Schülerinnen und Schülern und der IT-Lehrkraft.

Zu Beginn war persönliches Kennenlernen wichtig. Dann haben wir erklärt, wie man die 42 PCs möglichst staubfrei hält, bzw. wie man sie wartet, damit sie langfristig nutzbar sind. Inzwischen gibt es erste praktische IT-Aufgaben, die zu erledigen sind und die unsere Stipendiaten anschließend auch in ihrer jeweiligen Klasse vorstellen.

Da in Uganda Nichts selbstverständlich ist, was wir in Deutschland voraussetzen – nicht einmal direkter Wasserzugang oder zuverlässiger Stromfluss – so ist dies erst recht nicht beim Anschluss an das Internet bzw. bei der Netzstabilität zu erwarten. Daher standen erstmal Begegnung, Beratung und die Vernetzung der Rechner untereinander vor Ort im Vordergrund.

Was ist deine Motivation, für die Stiftung zu arbeiten?

Es tut einfach gut, zu sehen, wie Unterstützung und Engagement direkt ankommen. Durch die Stiftungsarbeit ist man an den Menschen sehr nahe dran. Das direkte Feedback ist Motivation genug. Es wird einem noch eindrücklicher klar, wie gut es uns in Deutschland geht. Man erkennt, dass Nichts selbstverständlich ist, man ist dankbar. Erfahrung weitergeben können, etwas davon zu teilen. Das liegt mir am Herzen und macht auch noch viel Spaß.

Was hat sich durch die Stiftung in deinem Leben verändert?

Der Blick auf die Welt, die Dankbarkeit für die eigenen guten Lebensumstände. Die Freude, die man aus persönlichem Engagement und Unterstützung empfinden kann. Gutes tun fühlt sich einfach gut an. Und es kommt mehr zurück, als man gibt.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Stiftung?

Weitermachen, Bewusstsein schaffen, weitere Projekte anstoßen, auch regionale. Besonders schön wäre es, wenn irgendwann in der Zukunft zumindest eine Person, die wir mit der Stiftung unterstützt haben, bei AEB arbeiten würde. Da würde sich der Kreis schließen. Befähigung durch Bildung.